Du brauchst keinen Guru oder Coach der dich leitet und führt. Dieser kann dir eine Hilfe sein, dir Rat, Trost und Liebe anbieten, oder auch Hinweise geben, doch das Machtvollste ist, die Türe nach innen, zu deiner eigenen Weisheit zu öffnen.

Den Schatz des freien, intuitiven Schreibens habe ich für mich entdeckt und was dabei geschieht, ist eine Offenbarung. Es ist der direkte Weg zu meiner Seele, der Quelle, meinem höheren Selbst, zu Gott in mir. Die Erkenntnisse die darin aufleuchten, sind Geschenke, die sich während des Schreibens entfalten und sich in mein Leben, in meinen Alltag hinein ausdrücken.

Auslöser dafür war ein Video: „Lerne automatisches Schreiben“. In dem Moment wusste ich, dass ist die Form, die mich unweigerlich zu meinem Kern führt. Mein Herz klopfte, denn gleichzeitig spürte ich auch eine Hürde und Respekt vor diesem Vorhaben. Kann ich das, mich einfach hinsetzten und die Worte ungehindert aus mir herausfließen lassen?? Diese Form des Schreibens wird auch spontanes, kreatives oder auch „Seelenschreiben“ genannt. Zwei Wochen lang trug ich die Idee mit mir herum, bis ich endlich den Mut hatte, es tatsächlich auszuprobieren. Bis dato kannte ich nur das herkömmliche Tagebuchschreiben oder das sog. „Journaln“ mit vorgegebenen Fragen wie zum Beispiel: „Heute bin ich dankbar für…, Meine Intention, meine Ziele für den Tag sind…“ Dazu gibt es verschiedene Formate, die man sich im Netz bestellen kann. Ich wollte mich jedoch nicht in vorgegebenen „Förmchen“ ausdrücken, sondern tiefer in mein Sein vordringen und die innere Reißleine in eine noch ungeahnte Freiheit hissen.

 
Das Sehnen deiner Seele 

Wie fühlst du dich? Dein Terminkalender ist voll, aber dein Leben nicht erfüllt? Du verfängst dich immer wieder in ähnlichen Mustern und Verhaltensweisen? Vielleicht spürst du auch eine innere Leere oder hast das Gefühl, dass du gar nicht mehr richtig zu deinem inneren Kompass durchdringst? Der innere Dialog beginnt auf dem Papier. Finde heraus, welche Tageszeit für dich am besten geeignet ist. Für mich ist es der stille Morgen, direkt nach dem Wachwerden, wenn mein „Alltagsbewusstsein“ noch nicht wirklich angesprungen ist. Ich lasse nicht mein Verstandeswissen sprechen, sondern mein Unterbewusstsein, meine innere Stimme, meine Intuition, meinen Bauch. Es ist ein wundervolles Ritual. Ich setzte mich hin, nehme meinen Stift in die Hand und beginne zu schreiben. Es kommt dabei nicht auf schöne Worte oder Rechtschreibung an. Du brauchst niemanden überzeugen, du schreibst ganz allein nur für dich, ohne den Stift abzusetzen und ohne zu beurteilen. Du lässt dich „brabbeln“, wie ein kleines Kind, verspielt und unzensiert. Du lässt dich frei und es darf kommen, was kommen mag. Vielleicht bist du erstaunt, was geschieht. Es kommen plötzlich Themen oder sogar körperliche Schmerzen, mit denen du gar nicht gerechnet hast. Es tut so gut, mich dem Prozess hinzugeben. Ich schreibe all meine Gefühle auf. Ich lasse es fließen, bis alles Ungesagte seinen Ausdruck gefunden hat. Ich wehre mich nicht. Ich erkenne und fühle das Weh des anderen und ehe ich mich versehe, passiert ein Wunder. Aus der Vogelperspektive heraus, eröffnet sich eine neue Wahrnehmung. Vergebung ist möglich. Verzweiflung, Wut oder Vorwürfe lösen sich auf und verwandeln sich in Erkenntnisse und Dankbarkeit. Durch diese Form der Selbstklärung wird möglich, auch ohne, dass nur ein Wort gesprochen wird, dass sich das gesamte beteiligte System mit verändert, ähnlich wie beim Familienstellen. Ich höre auf zu schreiben, wenn ich am Ende einer DIN A4 Seite angekommen bin. Ich trage die Gewissheit in mir, sobald ich unten angelangt bin und die letzten Worte geschrieben sind, ist der Prozess rund. Es ist so heilsam. Nach dem Schreiben bin ich wie ausgewechselt. Ich lasse meine Hand noch einmal über meine handgeschriebenen Worte gleiten… Schreiben ist Meditation. Danach beginnt mein Tag in einer wundervollen Kraft. Einer Kraft, die im Schreiben geboren wurde. Bereits nach wenigen Wochen spüre ich, wie der wache, präsente Zustand des Schreibens sich in einem kostbaren Lebens-Flow zeigt. Im Kontakt mit Menschen, docke ich an und lasse mich sprechen. Wie aus einem goldenen Faden entstehen Gedanken, Worte (und mutiges Handeln). Ich genieße es, auf diese Weise entspannt zu sprechen und mich im Vertrauen leise von meiner Weisheit führen zu lassen. Im Schreib- „Date“ mit dir selbst, braucht es ein offenes Herz und die Bereitschaft, Neues zu erfahren und dich im Flow überraschen zu lassen. Du wirst deine eigene, unverwechselbare Art des Schreibens entdecken.

 
Intuitives Schreiben ist ein Akt der Selbstliebe

Du fragst dich, wie es gelingen kann, mit deiner Seele, der Quelle oder Gott ins Gespräch zu kommen? Es geschieht dadurch, dass du es tust. In dem Wort Kommunikation steckt das Wort „Kommunion“, es ist die heilige Verbindung zwischen dir und dem Göttlichen und dabei ist es unmöglich, etwas falsch zu machen. Das Schreiben ist ein Ausdruck von Selbstliebe und des Annehmens und jedes Ergebnis, dass wir (beim Schreiben) erhalten, ist perfekt. Jeder einzelne Schritt, den wir tun, ist ein Schritt nach vorne, innerhalb unserer (evolutionären) Entwicklung. 

 
Konkrete Tipps für das Intuitive Schreiben

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wähle, was dich am meisten anspricht oder probiere mal das eine und mal das andere aus, um die Vielfalt und das Potenzial darin zu erforschen. Das Schreiben an sich kann guttun, beruhigen oder einen ungeahnten Blickwinkel eröffnen. Bleib neugierig, was sich zeigen will, und greife die Impulse auf, die dir wichtig erscheinen.

  • Gönn dir zum Schreiben ein schönes Tagebuch oder einen einfachen Spiralblock. Schreibe per Hand, denn es hat eine andere Wirkung als Tastaturtippen. Wähle einen Stift, mit dem du gerne schreibst. 
  • Zieh Dich an einen Ort zurück, der dir vertraut ist, an dem du dich wohlfühlst und du Ruhe hast. Das kann zu Hause sein, in der Natur, in einem Cafè oder während einer Zugfahrt. Schreiben kann man letztlich überall. Wichtig ist, dass du in das Gefühl des freien Schreibens eintauchen kannst.
  • Nimm bewusst Kontakt zu dir auf und verbinde dich zu Beginn mit deinem Atem, um so in deinem Körper anzukommen, damit sich die Pforten zu deinem höheren Selbst öffnen.
  • Um deinen Zustand der Entspannung zu unterstützen kannst du Meditationsmusik nutzen. Kennst du Brainwave-Musik zum Lernen und Konzentrieren? Das ist Musik mit bestimmten Frequenzen (Alphawellen), die beide Gehirnhälften miteinander ausgleichen. 
  • Es gibt drei Varianten des Schreibens:
    1.  Du kannst dir ein Zeitlimit setzten, um dich noch klarer zu fokussieren. Stelle dazu deinen Timer auf 10 Min. Wenn es klingelt, lege den Stift hin. Und am nächsten Tag schenkst du dir wieder 10 Min. Zeit, um es fließen zu lassen.
    2.  Du schreibst eine Seite in deinem Buch oder Block voll. Wenn du unten angekommen bist, hörst du einfach auf.
    3. Wenn dir das Schreiben nach Zeit oder Volumen unnatürlich erscheint, dann nimm dir die Zeit, die du für dich brauchst. Du schreibst und schreibst ohne anzuhalten, bis du dich „leergeschrieben“ und das Gefühl hast, der innere Dialog ist vollendet.
  • Hebe dein Geschriebenes auf. Im Nachhinein kann es sehr spannend sein zu sehen, wie sich der Prozess entwickelt und verändert.

 
In welchen Situationen kann das Intuitive Schreiben dich weiterbringen?

  • Du hast ein Schreibprojekt mit Abgabetermin, z.B. ein Buchprojekt, eine Seminarausschreibung, ein Gedicht für eine Jubiläumsfeier, einen Newsletter…, doch du steckst in einer verflixten Schreibblockade fest. Dann nimm dir ein Blatt Papier und schreib einfach drauf los… Schreiben wirkt. Lass allen Nonsens, unstrukturiert, bunt und blubbernd wie Sektperlen aus dir heraussprudeln. 
  • Wir können Antworten auf Fragen bekommen, die unser Leben betreffen. Sei es, dass wir unseren Widerstand dem Leben gegenüber aufdecken, Glaubenssätze entlarven, eine wichtige Entscheidung zu treffen haben, den nächsten wichtigen Schritt gehen wollen, Ziele setzten und erreichen oder Träume verwirklichen. Das intuitive Schreiben bringt neue, kreative Ideen und erstaunliche Ergebnisse.

 
Deine Träume und Visionen 

Kennst du das auch, dass du dir nicht im Klaren darüber bist, was wirklich deine Träume und Visionen im Leben sind? Was wirklich wichtig und WESENtlich ist und was dich zu deinem WESENskern führt? Du denkst vielleicht: Ich könnte dieses oder jenes tun, aber irgendwie fühlt sich alles nicht so richtig stimmig und griffig an?! Mit dem Intuitiven Schreiben kannst du dir Klarheit verschaffen. Schreibe in kurzen Stichpunkten ein paar deiner Träume und Wünsche auf. Nimm dir dann einen dieser Wünsche. Entspanne dich und schreibe so, als hättest du schon alles verwirklicht. Achte dabei auf dein Gefühl. Fühlst du dich glücklich und leicht dabei? Fühlst du Freude, Energie und ein JA, während du schreibst? Oder hast du das Gefühl, du musst dich zwingen das zu tun, was du tun willst, es macht dich eng und zieht dir Energie ab? Es fühlt sich langweilig an und du kommst gar nicht so recht in den Flow? All das können Zeichen dafür sein, ob etwas wirklich dein Herzenswunsch ist oder eher der Traum eines anderen, von dem du denkst, es wäre deine Vision.

 
Ziele setzten und erreichen

Intuitives Schreiben kann dir auch dabei helfen, deine Ziele zu erreichen. Ich mache es folgendermaßen: das Ziel, das ich erreichen möchte, halte ich als Überschrift fest. Dann befrage ich meine innere Weisheit, was mein nächster Schritt ist, um das Ziel zu erreichen und schreibe ihn auf. Ich schreibe auch darüber, was mich evtl. daran hindert, diesen Schritt zu gehen. Ich frage, welche weiteren Schritten noch dafür notwendig sind, bzw. wer oder was mir bei der Umsetzung helfen kann. Dann erledige ich den ersten Schritt und bringe meinen Erfolg zu Papier. Ich bleibe so lange dran, bis ich alle Schritte Richtung Ziel erledigt habe und das in einer tiefen, liebevollen Verbindung zu meinem Sein.

 
Ein neuer Lebensabschnitt

Wenn du an einem Scheideweg stehst, du ganz auf dich selbst zurückgeworfen bist, deine Angst vor dem Scheitern noch zu groß ist, dann schreibe eine Geschichte, in der das, was du vorhast, bereits Jemand oder du selbst, schon erfolgreich gemeistert hat. Male dir den Weg und die Ergebnisse in allen Details aus und vor allen Dingen, wie sich das erreichte Ziel anfühlt. Lese dir die Geschichte immer wieder durch, bis du selbst die Schritte gegangen bist. Deine Geschichte macht dir Mut und gibt dir die Zuversicht, es einfach zu tun und einen Schritt nach dem nächsten zu gehen. 

Glaubenssätze finden

Wofür sich das Intuitive Schreiben auch gut eignet, ist das Aufspüren von Glaubenssätzen oder Denkmustern, die die Erreichung eines bestimmten Zieles oder Wunsches verhindern.
Dazu schreibe ganz oben auf die Seite dein Ziel und notiere dann intuitiv alles, was dir einfällt, was diesem Ziel entgegensteht. Ohne zu überlegen und egal was kommt. Wenn du fertig bist, schaue dir deine Zeilen an und sortiere danach, was Tatsachen sind und was Urteile – von dir oder von anderen (die du übernommen hast). Schreibeie die hinderlichen Glaubenssätze in positive Affirmationen um und überlege, was du dafür konkret tun kannst. Auch hier kannst du zunächst wieder intuitiv vorgehen.

Gespräche mit Gott oder einer vertrauten Seele

Wenn du aus deinem inneren Theater nicht allein herausfindest oder du dir gerade kein guter Freund sein kannst, dann lass andere zu deinem Sprachrohr werden.
Manchmal geschieht es in einem fließenden Übergang, ohne dass ich das bewusst steuere, dass ich beim Schreiben die gewohnte Ich-Form verlasse und es spricht z.B. meine Mutter zu mir, die vor drei Jahren gestorben ist. Das sind erhellende und berührende Momente.
Hier sind einige Ratgeber-Rollen, in die du beim Schreiben schlüpfen kannst.

  • Dein inneres Kind
  • Deinen Verstand – dein Bauch – dein Herz
  • Dein Vorbild
  • Die Person, mit der du dich gerade innerlich auseinandersetzt
  • Ein verstorbener Mensch oder eine Tier
  • Der Schmerz in deinem Körper oder ein Organ
  • Dein „Zukünftiges-Weises-Ich“ in 20 Jahren
  • Mutter Erde
  • Dein Baby im Bauch
  • Deine Seele
  • Deinen Schutzengel
  • Jesus
  • Gott, die Quelle in dir

Lass dich intuitiv entscheiden, wer dich in diesem Moment am besten begleiten und unterstützen kann und lausche, was geschieht.

 
Satzanfänge vollenden

Ein weiterer Impuls für das Intuitive Schreiben sind Satzanfänge, die du vervollständigen kannst. Du kannst einen Satzbeginn auch mehrfach hintereinander ergänzen. Das mehrfache beantworten lässt dich tiefer zum eigentlichen Kern vordringen, wie eine Zwiebel, die du schälst. Das holt überraschende Ideen und Erkenntnisse an die Oberfläche. Lass dich von mir inspirieren oder nutze eigene Satzanfänge.

Ergänze folgende Sätze so spontan wie möglich:

  • Das Beste, was mir passieren könnte, wäre…
  • Wenn ich könnte, würde ich sofort…
  • Ich will nicht länger akzeptieren, dass
  • Ich bin bereit mich zu verändern, um…

Wann schreibst du dich frei? Probiere es aus! Nimm dir am besten sofort eine kleine Schreib-Auszeit und teste eine der Übungen für dich. Im Anschluss kannst du dich fragen:

  • Wie geht es dir vor und wie geht es dir nach dem Schreiben?
  • In welcher Stimmung bist du jetzt?
  • Welche Impulse berühren dich?

In der Hingabe an die Liebe zu uns selbst und an das Leben, das durch uns fließt, sind wir verbunden mit allen Antworten, die im Bewusstseinsfeld für und bereitliegen. Der Bestseller-Autor Neale Donald Welsch hat durch das Intuitive Schreiben Antworten auf das Leben gefunden. Wir können alle diesen Kanal zu der göttlichen Weisheit in uns öffnen und „Gespräche mit Gott“ führen. 

Lass mich gerne an deinen Erfahrungen teilhaben und schreibe deinen Kommentar…
Deine Petra

Links 
von Piere Franckh „Lerne automatisches Schreiben“
Brainwave-Musik zum  „Lernen und Konzentrieren“