Deine Füße tragen dich liebevoll durch dein Leben. Sie sind ein unermüdliches Wunderwerk mit 26 Knochen, 33 Gelenken und 60 Muskeln. Sie nehmen dein Gewicht und egal ob du schwer- oder leichtfüßig unterwegs bist, sie führen dich an jeden Ort der Welt, den du in deinem Leben erfahren willst.

Symbolisch gesehen sind die Füße unsere Wurzeln. Die Füße sind am weitesten von uns entfernt und bekommen oft die wenigste Aufmerksamkeit oder werden sogar schändlich malträtiert in zu engen, zu hohen oder nicht atmungsaktiven Schuhen, nur weil es die Mode gerade so diktiert. Kannst du wahrnehmen wie es deinen Füßen geht? Wie ist deine Verbindung zu deinen Wurzeln?

 

Die Symbolkraft der Wörter in der Therapie

„Fuß fassen“ bedeutet, heimisch zu werden. Sie sorgen für Halt und Bodenhaftung, Aufrichtung und Flexibilität. Die Füße sind eng mit unserer Gefühlswelt verbunden. Wem „der Schuh drückt“ oder mit dem „falschen Fuß“ aufsteht, hat Sorgen und schlechte Laune.

Bestimmte Redewendungen zeigen, wie und wo wir im Leben stehen und welche Beziehung wir zu uns selbst und unserer Umgebung haben. Der verborgene „Wort-Schatz“, der sich in der Redensart unbewusst versteckt, steht in einem symbolischen Zusammenhang mit der Ganzheit des Menschen und hat eine Auswirkung auf meine Arbeit mit den Füßen und ihren Reflexzonen. Wenn ein Mensch zu mir kommt und erzählt, dass er ein bestimmtes Ereignis „bis heute noch nicht verdaut hat“, dann behandle ich nicht nur die Kopf- und Darmzonen, sondern es braucht da neben einem Gespräch auch eine Unterstützung die das vegetative Nervensystem und die Hormondrüsen stabilisieren. Die saloppe Aussage vor etwas „Schiss haben“ führt mich in eine ähnliche Richtung.

 

Hier sind weitere erhellende Redewendungen in Verbindung mit den Füßen
  • festen Boden unter den Füssen haben
  • Sich auf die eigenen Füße stellen
  • Kalte Füße bekommen
  • Den Boden unter den Füssen verlieren
  • Die Brocken vor die Füße werfen
  • Jemandem ständig auf die Füße treten
  • Sich für etwas die Füße wund laufen
  • Es wird Zeit, die Füße unter die Arme zu nehmen
  • Die Füße sind schwer wie Blei
  • Das schmeckt wie eingeschlafene Füße
  • Über die eigenen Füße stolpern
  • Das steht auf ziemlich wackeligen Füssen
  • Den Boden unter den Füssen heiß machen
  • Ich lege dir mein Herz zu Füssen
  • Jemandem die Füße küssen
  • Auf freiem Fuß leben
  • Auf die Füße fallen
  • Mit beiden Füssen fest im Leben stehen

 

Von Anbeginn…

Die Beziehung zu den eigenen Füßen wird schon früh geprägt. Auf Geburtsanzeigen werden gerne die Fußabdrücke der Neugeborenen gezeigt und es bringt die Ahnung der Eltern zum Ausdruck welch „tragende Rolle“ die Füße schon bald in ihrem Leben haben werden. Babys nehmen Kontakt mit ihren Füßen auf, indem sie ihre Zehen genüsslich in den Mund nehmen.

Später zeigen die Füße, wie ein Mensch mit sich selbst umgeht und sie spiegeln wieder, ob du dir Wertschätzung und Fürsorge schenkst oder eher nicht. Manchmal wird bewusst, wie intim und scheu die Füße sein können und wie viel Vertrauen es braucht, sie anfassen zu lassen. Gerade dann ist es von unschätzbarem Wert „Wurzelpflege“ zu betreiben, um den liebevollen Kontakt zu sich Selbst und seinen Füßen zu stärken.

 

Wild und frei

Ursprünglichkeit und Lebenslust steckt in unseren Füßen und manchmal will sie genau das – geweckt und erobert werden. Holen wir unsere Füße mal aus ihrem täglichen Gefängnis der Schuhe heraus und genießen ihre Lebendigkeit, spüren sie barfuß in den Wiesen, im Wald, im Bach oder am Meer. Jetzt im Frühling liebe ich es morgens barfuß durch das glitzernde taufrische Gras zu stapfen. Ich fühle mich in diesem Moment aufgespannt zwischen Himmel und Erde. Lebendigkeit und Frische durchströmt all meine Zellen und ich bin hellwach. Die Füße werden kraftvoll und geschmeidig im Kontakt mit Mutter Erde und ganz nebenbei werden dabei die Fußmuskeln und die Reflexzonen aktiviert.

 

Deine Füße als Sprachrohr der Gefühle

Wir können unsere Füße bewusst auf eine kleine Abenteuerreise nehmen und sie werden augenblicklich zum Ausdrucksmittel von Gefühlen und Werten. Zum Beispiel kannst du majestätisch schreiten, vergnügt und ausgelassen hin und her springen, rhythmisch beschwingt oder wild tanzen, im Gleichschritt marschieren, gehetzt rennen, in meditativer Sammlung gehen, dich leise davonschleichen, zornig aufstampfen, ängstlich zögern, müde schlürfen, Standpunkt zeigen, dem geliebten Menschen rasch entgegeneilen oder „verduften“, wenn die Situation brenzlig wird oder der Boden unter den Füßen zu heiß wird. (Die Formulierung „verduften“ beschreibt treffend die Tatsache, dass Düfte flüchtig sind.) Dein Körper ist so unfassbar ausdrucksstark und in jedem Moment werden wir vom Leben berührt.

 

Das Abbild des Menschen in seinen Füßen

So wie sich das Große im Kleinen wiederspiegelt so können wir auch den Menschen als Abbild in seinen Füßen wiederfinden. Auf vielfältige Weise werden wir als Teil des Ganzen auch in der Natur fündig. Hier spricht die alte Gärtnerseele in mir… Betrachte die Kronen der Bäume und dann ihre Früchte. Die Krone des Apfelbaumes ist so rund wie der Apfel selbst. Der Habitus des Birnenbaumes ist hingegen langgezogen und schmal, wie die Birne auch. Das Blatt der Linde spiegelt exakt die äußere Form des gesamten Baumes wieder, der wie ein umgedrehtes Herz aussieht. Auf diese Weise können wir den sitzenden Menschen als Abbild in seinen Füßen wiederfinden. Wie auf einer Landkarte spiegelt sich der Mensch in seiner Gesamtheit in den Reflexzonen der Füße wieder. Den Menschen in seiner Anatomie in den Füßen wiederzuerkennen, ist unsere Aufgabe und der Schlüssel in der Fußreflexzonenarbeit. So spiegeln sich auch in den Händen, den Ohren, der Zunge und in der Iris der Augen die Reflexzonen wieder.

 

 

Die Fußreflexzonenmassage

Sie ist eine manuelle Therapieform und gehört zur Gruppe der Komplementär-Methoden als eine ganzheitliche Ordnungs- und Regulationstherapie. Über die Füße erreichen wir den ganzen Menschen und sie kann eine Umstimmung aller Lebensfunktionen bewirken, die nicht im Gleichgewicht sind. Wir helfen dem Körper sich selbst zu helfen und sprechen den inneren Arzt an. Die Stimulation der Reflexzonen bewirkt eine Verbesserung, Kräftigung und Harmonisierung aller Organ- und Gewebefunktionen. Der Entspannungsprozess und die Auflösung von Blockaden aktiviert und unterstützt die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte. Darüber hinaus fördert die Reflexzonenmassage die Durchblutung der Füße und sorgt für tiefe Erdung und Zufriedenheit. Die Betreuung von Frauen während und nach der Schwangerschaft über die Füße ist besonders wertvoll und die achtsame Gegenwart fühlender Hände kommt nicht nur der Mutter sondern auch ihrem Kind zugute.

 

Woher kommt eigentlich die Bezeichnung der Reflexzonen her?

Der Begriff der Reflexzonen ist irreführend, denn es gibt keine Nervenverbindungen von den Füßen zu den einzelnen Organen, die etwa einen Reflex auslösen könnten. Der Begriff stammt erstaunlicherweise aus der Fotografie. Wie bei einer Spiegelreflexkamera wird das Abbild verkleinert, auf den Kopf gestellt und spiegelverkehrt wieder gegeben. Genauso sehen wir den Menschen im Fuß – verkleinert, auf den Kopf gestellt und spiegelverkehrt.

Ursprung und Geschichte der Fußreflexzonenmassage

Vor zwei Millionen Jahren betrat in Afrika die frühe Form des Homo sapiens die Bühne des Lebens. Daher wird Afrika auch als die Wiege der Menschheit bezeichnet, der Schoß der Erde. Die Menschen haben ihr Wissen über die Völkerwanderungen überall mit hingenommen; nach Asien und von dort über die Meerstraße zu den Indianern Nordamerikas.

So gibt es chinesische, asiatische und nordamerikanische Fußreflexzonenmassage. Jede Region hat die Massage- und Körperarbeit auf seine Weise weiter fortgeführt. Daher gibt es keine einheitlichen Darstellungen der Reflexzonen, die hundertprozentig übereinstimmen.

Dr. W. Fitzgerald war ein Arzt in Amerika. Er hat sich damit beschäftigt, was die Indianer an den Füßen gemacht haben, sie beobachtet und seine Erfahrungen aufgeschrieben und dokumentiert, denn bis dahin wurde das Wissen nur mündlich überliefert.

Neben Dr. W. Fitzgerald (1872-1942) haben Eunice Ingham (1888-1974) und Hanne Marquardt (geb.1933) bis heute die Fußreflexzonenmassage weiterentwickelt und verfeinert.

Das Wissen um die Heilkraft der Berührung und der Fußreflexzonenmassage ist uralt. Sie ist vermutlich die älteste Form, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Mit diesem Wissen und mit dieser Kraft können wir uns wieder verbinden und unserer Intuition begegnen und mehr und mehr vertrauen lernen. So, wie wir wissen, was zu tun ist, wenn eine Mutter ihr Kind in den Arm nimmt und tröstet…

 

Überblick – wo erreiche ich was an den Füßen?

Beide Füße zusammen ergeben den ganzen Menschen. Der rechte Fuß entspricht der rechten Körperhälfte, der linke Fuß der linken Körperhälfte. So finden wir z.B. am rechten Fuß den Blinddarm (Appendix), die Leber und den aufsteigenden Dickdarm und am linken Fuß die Milz und den absteigenden Dickdarm.

Der Fußrücken spiegelt die Vorderseite des Menschen und die Fußsohle die Rückseite des Menschen wieder. Auf dem Fußrücken erreiche ich am besten die Strukturen des Bindegewebes wie die der Knochen, Bänder, Sehnen und Faszien sowie der Muskeln, Nerven und Lymphe. Die Organe selbst und ihre Funktionen erreiche ich am besten über die Fußsohle.

Fasziengleiten

Das bedeutet, wenn eine Niere oder z.B. die Milz in ihrer Faszie, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt ist, wirst du das eher am Fußrücken spüren können. Nach einem Infekt, zum Beispiel einer schweren Grippe, wird die Milz häufig nicht wieder kleiner und sie kann sich in ihrem Bereich nicht mehr frei bewegen. Oder die Niere, sie sitzt auf dem Hüftbeugemuskel (Iliopsoas) unterhalb des Zwerchfells. Normalerweise gleitet die Niere bei jeder Einatmung 4-5 cm nach unten und bei jeder Ausatmung wieder nach oben. Bei einer Nierenbeckenentzündung oder eine Hüftgelenksentzündung oder eine Bronchitis, kann es sein, dass die Entzündung ausheilt, aber verklebt ausheilt. Infolge der Verklebungen können sich Nierenprobleme, Hüftprobleme oder Atemprobleme entwickeln, nur weil das Gewebe nicht mehr frei verschieblich ist. In diesem Fall arbeite ich am Fußrücken und wenn ich die Organfunktion selbst unterstützen möchte, an der Fußsohle.

 

 

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