Hast du den Mut im Trubel der Geschäftigkeit einfach mal Stopp zu sagen den Scheinwerfer der immer nach außen gerichtet ist umzudrehen und das Licht berührt plötzlich dich?

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Die Flut der Informationen, die im digitalen Zeitalter auf uns einprasseln packen uns am Schlafittchen und wie automatisch und fremdgesteuert greifen wir sofort nach dem Handy checken Nachrichten und Mails sobald eine Lücke im Hamsterrad entsteht. Wie geht es dir, wenn du im Wartezimmer sitzt, das Akku plötzlich leer ist, keine Zeitschriften da sind und der Drang deiner Hände den Nabel der Welt nicht ergreifen können? Wirst du in so einem Moment unruhig und nervös? Normalerweise beginnt in solchen Momenten unser Hirn zu rattern und wir schweifen mit unseren Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft ab. Doch, wie fühlt es sich an uneingeschränkt im Jetzt zu sein – einmal ohne Gedankenflut und innerer Anspannung?

Innehalten und gleichzeitig kreative Lösungen finden

Du kennst das vielleicht, dass du unter der Dusche stehst, warmes Wasser fließt über deinen Körper und urplötzlich hast du eine geniale Idee. Immer wenn es uns gelingt, einen Schritt zurückzutreten, wir aus dem Kopf ins Fühlen kommen öffnet sich ein innerer Raum indem wir Entspannung erfahren und in denen Lösungen und Möglichkeiten wie aus dem Nichts auftauchen.

Wir fühlen uns im Alltag gestresst weil wir auf Fragen keine Antwort haben. Es heißt: „Ein Problem ist nur eine Frage, die noch keine Lösung hat, die dich zufrieden stellt!“ Auf Antworten zu kommen ist ein kreativer Prozess. Elemente, die bereits in dir vorhanden sind werden neu gemischt und kombiniert. Wenn wir versuchen krampfhaft eine Lösung zu finden, machen wir uns innerlich eng und verhindern neue Elemente oder Gelegenheiten zu sehen. So kann bei einem Spaziergang in der Natur oder im Gespräch mit einem Menschen der außerhalb steht das fehlende Puzzlestück dir plötzlich zur Verfügung stehen. Warum das geschieht? Weil dieser Mensch aus der Distanz in der Lage ist, dir Fragen zu stellen, auf die du selbst gar nicht gekommen bist. Auf einmal schaust du auf das dasselbe Problem, auf dieselbe Situation und du siehst, wow, ich kann ja das machen, oder das machen. Erlaube dir immer wieder mal Innezuhalten, denn im Loslassen und Entspannen aktivieren wir einen wundervollen schöpferischen Prozess in uns.

 

Die Falle der Ablenkungen

Bei jeder Ablenkung reißt der Faden und der Kontakt zu uns ab. Kannst du in Stille deinen inneren Raum wahrnehmen und genießen? Wir sind getrimmt und konditioniert, den Impulsen der Außenwelt zu folgen und befinden uns im sogenannten reaktiven Modus. So verzetteln wir uns im Alltag in tausend Kleinigkeiten, verlieren unseren Fokus, und am Abend haben wir das Gefühl, das wir atemlos durch den Tag gehechtet sind und wir haben nicht das getan und umgesetzt was uns am Herzen liegt. Wir reagieren immer gerade auf das, was im Außen ruft. Sag Stopp zu den Ablenkungen im Außen, schalte z.B. die Nachrichtenfunktionen auf Stumm, wenn du fokussiert ins Handeln kommen möchtest.

 

Innehalten bedeutet inneren Halt – auch in der Kommunikation

Kannst du im Gespräch mit anderen Menschen im Moment sein ganz und gar zuhören da sein ohne von deinen eigenen Gedanken abgelenkt zu werden? Wie oft ertappst du dich, dass im Gespräch deine Gedanken beginnen hin und her zu springen und du gar nicht wirklich mitbekommst was der andere gesagt hat? Oder dein Gegenüber spricht, es fällt ein bestimmtes Stichwort, das in dir eine Assoziationskette auslöst und du fällst dem anderen ins Wort weil du jetzt deine Story loswerden willst? Wir sind so übervoll, doch wenn wir innehalten fühlen wir inneren Halt, der uns aus dem reaktiven Modus herausholt und wir entdecken plötzlich den Zauber des Augenblicks, den wir voller Respekt und Liebe miteinander teilen können. In solchen Momenten entsteht wirkliche Begegnung und Kontakt. Es zeigt, ich bin an dir interessiert und ich bin neugierig zu erfahren, wer du in diesem Moment bist.

 

Erfrische dein Gehirn

Kinder sind das beste Vorbild. Sie laufen durch die Natur, spielen und toben voller Energie. Für sie zählt nur der Augenblick den sie unvoreingenommen mit all ihren Sinnen wahrnehmen. Sie kennen kein Burn-out-Phänomen, weil alles was sie tun ist pure Freude und vom Forscher- und Entdeckergeist durchdrungen. Neugierde spornt sie an und sie lernen spielerisch durch Erfahrung. Systematisch wird ihnen diese Freude am Entdecken und Ausprobieren abtrainiert denn sie sollen vernünftig sein still sitzen und vorgekautes Wissen repetieren. Auf Leistung und Effektivität getrimmt, verbrauchen wir heute unsere Energie im Multitasking. Lernen wir wieder wie die Kinder unser Leben wie ein Abenteuer zu entdecken und den Moment zu genießen. Mein Körper und mein Gehirn tanken neue Energie, wenn ich innehalte und ich mich im Frühling vom Gesang der Vögel durchdringen lasse, die frische Luft in mich einsauge, wenn ich andächtig dem Plätschern eines Baches lausche, tanze, den freien Flow meines Körper genieße und auch, wenn mein Freund und ich, wie zwei junge Welpen miteinander raufen und spielen. Tiere sind auch im Jetzt. Sie denken nicht über die Vergangenheit oder über die Zukunft nach, für sie zählt nur der Augenblick. Wann bist du das letzte Mal vollkommen selbstvergessen in den Moment eingetaucht?

 

Vom Esel berührt

Vor einigen Jahren gab es in meinem Leben ein unerwartetes Erlebnis, das ich niemals vergessen werde. Es war ein Schlüsselerlebnis, indem sich die Magie des Augenblicks offenbarte.

Es ist Sommer, die Hitze macht mir zu schaffen und legt mein Gehirn lahm. Träge und ermattet hängen mein Freund und ich in den Seilen und wir entscheiden kurzerhand auf eine anstrengende Wanderung zu verzichten und legen uns an einem wunderschönen Platz in der Natur unter eine große, erhabene Blutbuche, die uns wohligen Schatten spendet. Mein Freund sinkt augenblicklich unter dem funkelnden Blätterdach selig in einen süßen Schlaf. Ich schließe meine Augen und spüre plötzlich wie es auf meiner Haut krabbelt. Immer wieder und wieder schrecke ich auf, weil Ameisen und anderes Spinnengetier mich attackiert. Ich finde keine Ruhe, im Gegenteil, werde aggressiv und sauer und beneide meinen Freund der neben mir in aller Seelenruhe sein Mittagschläfchen hält. Nach einiger Zeit wacht er zufrieden auf. Ich bin froh, mich von diesem Platz zu verabschieden und wir schlendern zu den drei Eseln, die wenige Meter entfernt ihren Paddock haben. Sie sind ohne Unterlass damit beschäftigt, lästige Bremsen um sich herum wegzuschlagen. Ich kann fühlen, wie ihnen zumute ist. Ein Esel kommt auf mich zu und legt seine Stirn behutsam direkt an mein Brustbein und ich spüre wie sich seine weichen, warmen Ohren wie eine Umarmung rechts und links an meinen Nacken schmiegen. Was in dieser Sekunde geschieht, kann ich kaum beschreiben. In diesem Moment sind der Esel und ich eins. Still und regungslos stehen wir da. Es gibt kein Außen mehr, das gesamte Universum offenbart sich in einem unendlichen Raum allumfassender Liebe. Es gibt keine Körper oder Strukturen, nur Liebe und unendliche Weite. Ich habe keine Ahnung wie lange der Esel und ich in diesem paradiesischen Zustand eins sind. Ich schaue auf und sehe, wie mein Freund damit beschäftigt ist, lästige Bremsen um sich herum wegzuschlagen. Um den Esel und mich ist pure Stille, keine einzige Bremse.

Immer noch ist diese Erlebnis lebendig in mir, die mich die Quelle der Liebe fühlen lies. Sie fließt uneingeschränkt, gleich den Sternen am Himmel die immer da sind, auch wenn man sie nicht sieht.

 

Das Leben zu leben ist Kreativität

Wir denken, wir sind nicht kreativ, wenn wir kein Künstler oder Musiker sind. Doch das Leben zu leben ist ein kreativer Prozess. Probleme zu lösen, ist ein kreativer Prozess, in eine Situation zu gehen, in der du noch nie warst und sich an die Situation anzupassen ist ein kreativer Prozess. Wir nennen es nicht kreativ, doch du kreierst. Du kreierst Gedanken, du kreierst Lösungen, du kreierst eine neue Form von dir selbst im Jetzt. Du kreierst Situationen durch dein Handeln, durch das was du sagst. Und deswegen ist es so wichtig manchmal einen Schritt zurück zu gehen und eine Pause zu machen.

 

Im JETZT gibt es keine Sorgen – keine Probleme – keinen Stress

Stress existiert nur in der Vergangenheit, den du in die Zukunft überträgst und den Ballast in dein Jetzt holst. Doch wenn du dir das Jetzt erlaubst, gibst du deinem Gehirn die Freiheit auf Lösungen zu kommen, Sachen zu kombinieren, kreativ zu werden. Du weißt vermutlich wie das ist, wenn du unter Zeitdruck dringend eine Lösung finden musst, du sitzt da und zwingst dich auf etwas zu kommen und es funktioniert nicht. Mach eine Pause und bring dich aus dem Kopf in den Körper in einen anderen Zustand z.B. durch tanzen und bewegen. Dann kommst du zurück und schwups ist eine Idee da. Stress und krampfhaftes Wollen blockieren nur. Wenn du denkst, du hast keine Zeit, dann halte erst Recht inne, lass alles für einen Moment liegen, atme, und nimm mit all deinen Sinnen den Augenblick wahr, spüre, fühle und hör auf zu denken. Wenn du lernen kannst zu meditieren ist es noch besser. Wenn nicht, setzt dich nicht unter Druck. Du kannst dich einfach hinsetzten und für 3 Min. nichts tun. Du kannst aber auch einfach deine Augen schließen und dir vorstellen, du bis an einem schönen Ort. Gönne dir eine Pause und erfrische dein Gehirn und all deine Zellen mit neuer Energie.

 

Die Königsdisziplin in der Körperarbeit

Bevor du beginnst, erlaube dir selbst und dem Menschen, den du behandelst, zum Ankommen und Landen einen Moment des Innehaltens. Das macht einen unglaublichen Unterschied! Es braucht deinen Mut einmal „Nichts“ zu tun und den eigenen Erwartungen an sich selbst zu widerstehen. Gib deinem Gegenüber Raum, sich selbst zu spüren. Zwischendrin und auch am Ende mag eine Pause kleine Wunder bewirken die dem Körper und der Seele ermöglichen die Informationen die sie während der Behandlung bekommen zu integrieren. In diesem Moment wird der innere Arzt geweckt und in dem „Nichtstun“ beginnt der Körper sich neu zu sortieren, zu klären, zu regenerieren, zu ordnen und neu aufzubauen. Als Behandler/In wird es ein „Lesen zwischen den Zeilen“. Es gibt die berühmte Nachruhe, doch im richtigen Moment eine Pause auch während der Behandlung gibt dem Körper die Kraft und die Ermächtigung sich selbst zu heilen. Immer wieder können wir den Raum innerer Weite und Selbstheilung einladen und ausdehnen.

 

Probiere es aus und berichte mir, von deinen Erfahrungen mit dem Innehalten!

Alles Liebe, Petra