Alles auf Anfang: Wie ein Unfall zur Tür ins Leben wurde – und TRAGER® ein Schlüssel dazu
Herzlich willkommen bei Vom Leben berührt, deinem Podcast für transformative Körperarbeit. Hier kannst du nicht nur den Podcast hören, sondern auch das vollständige Gespräch mit Jessica nachlesen. In dieser Folge spreche ich mit Jessica, einer Frau, deren Lebensweg tief berührt: Ein Autounfall bringt alles zum Stillstand. Doch gerade dieser Moment des Bruchs wird zum Beginn eines neuen Weges – voller Erkenntnis, Körperwahrnehmung und innerem Wachstum. Und TRAGER® spielt dabei eine besondere Rolle.
Lesezeit 24 Min.
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Petra: Ein Unfall hat ihr Leben auf den Kopf gestellt. Nichts ging mehr. Und doch: Aus dem tiefsten Einschnitt entstand ein neuer Weg – eine klare Berufung. Heute begleitet Jessica Menschen als Übungsleiterin im Reha-Sport, besonders in den Bereichen Orthopädie, Neurologie und Innere Medizin. Außerdem ist sie als Erste-Hilfe-Dozentin aktiv, mit viel Hingabe und Einfühlungsvermögen – auch in Schulen und Kindergärten. Wir sprechen über ihren mutigen Neubeginn, die Kraft der kleinen Schritte, was ihr auf dem Weg der Heilung geholfen hat und wie der TRAGER® Ansatz sie heute auf besondere Weise unterstützt. Herzlich willkommen, liebe Jessica. Wie schön, dass du heute hier bist. Magst du uns ein wenig von dir erzählen und uns mitnehmen auf deine Reise? Wie war dein Leben vor dem Unfall? Was ist damals passiert – und wo stehst du heute?
Jessica: Danke, liebe Petra. Danke für die Einladung, ich freue mich sehr. Ich bin ein bisschen aufgeregt, aber auch neugierig, diesen Weg mit dir und den Hörerinnen und Hörern zu teilen. Wer ich bin? Diese Frage kann ich gar nicht so klassisch beantworten. Gestern habe ich meine beiden Kinder gefragt – sie sind acht und zehn Jahre alt. Ich wollte wissen, wie sie mich sehen. Die Große sagte direkt: „Mama“, dann meinen Namen, meinen Beruf. Die Kleine meinte: „Mama, du bist ein liebenswerter Mensch.“ Das hat mich tief berührt. Ich würde mich auch so beschreiben – facettenreich, abenteuerlustig, mit einem großen, offenen Herzen. Und genau daraus heraus habe ich meine Berufung gefunden.
Ein Moment, der alles veränderte
Petra: 2021 kam ein Unfall, der dein Leben komplett verändert hat.
Jessica: Ja. Ich war alleinerziehend, habe mit meinen Kindern alles gewuppt, gearbeitet, wir haben viel unternommen – ich stand voll im Leben.
Petra: Was war dein Beruf damals?
Jessica: Ich war Steuerfachangestellte. Ich mochte den Beruf sehr. Selbst in der Corona-Zeit habe ich im Homeoffice alles organisiert bekommen – mit den Kindern gemeinsam. Ich habe funktioniert. Und es hat funktioniert. Dann kam der Unfall. Jemand ist mir ins Auto gefahren – anfangs schien es gar nicht dramatisch. Ich saß am Steuer, habe mich zu meinem Beifahrer umgedreht – also seitlich verdreht – und in diesem Moment fuhr der Verursacher ein zweites Mal auf. Ich war sofort in Schockstarre. Das hat etwas in meinem Körper ausgelöst. Kurze Zeit später fühlte es sich an, als wäre mein Körper in der Mitte durchgeschnitten. Die rechte Seite wurde taub. Ich kam ins Krankenhaus, lag acht Tage stationär. Die Schmerzen waren kaum auszuhalten. Ich kam aus dieser Anspannung, die durch den Aufprall entstanden war, gar nicht mehr heraus – das hielt Monate an. Ich konnte die erste Woche kaum etwas tun. Gerade so zur Toilette – aber nur mit Hilfe. Ich saß im Rollstuhl. Sehen und Hören funktionierten nicht mehr richtig. Ich hatte neurologische Ausfälle. Ich wusste nicht mehr, wer ich war. Vorher war ich sportlich, aktiv, mitten im Leben – und dann ging plötzlich nichts mehr.
Petra: Was genau waren das für Ausfälle?
Jessica: Mein Körper fühlte sich halbseitig abgeschaltet an. Ich konnte eine Seite bewusst steuern, die andere nicht. Die Hände wurden taub, schwollen an, kribbelten. Ich konnte nicht mehr richtig sprechen. Ich wusste zwar, was ich sagen wollte, aber die Worte kamen nicht. Ich vergaß alles. Selbst einfache Dinge wie: Habe ich heute schon etwas getrunken?
Kleine Hände, große Kraft
Jessica: Meine Kinder – damals vier und sechs – haben mich getragen. Sie haben sofort gespürt, dass etwas nicht stimmte. Wir haben stundenlang Memorie gespielt. Sie wollten herausfinden: Kann Mama noch denken? Und irgendwann haben sie gemerkt: Ja, sie kann. Dinge sind mir ständig aus der Hand gefallen, weil ich meine Hände nicht kontrollieren konnte. Heute passiert das nur noch gelegentlich – aber nicht mehr so schlimm.
Petra: Hattest du weitere Unterstützung? Es ist ja enorm, was deine Kinder da geleistet haben.
Jessica: Ja, ich bin unfassbar stolz auf sie. Ohne sie hätte ich es morgens nicht aus dem Bett geschafft. Sie waren mein Halt. Und wenn ich es mal gar nicht geschafft habe, hatten sie Verständnis. Dann haben wir die Dinge langsam gemacht oder ihr Papa hat übernommen. Wir leben getrennt, aber in solchen Momenten war er da. Vieles haben wir allein gestemmt – aber der Weg war sehr, sehr holprig.
Diagnose: unklar – und doch so real
Petra: Welche Therapien hast du gemacht? Wie ging es weiter?
Jessica: Ich habe alles versucht – weil ich nie aufgegeben habe. Hausärzte, Orthopäden, HNO, Zahnärzte, Neurologen, Neuropsychologen, Fachkliniken. Ich habe Physiotherapie gemacht, Osteopathie, Heilpraktiker, Rehasport. Ich konnte kaum noch Fernsehen schauen oder Musik hören – also habe ich versucht, wieder lesen zu lernen. Einen Satz pro Tag. An manchen Tagen war selbst das zu viel. Aber ich habe es immer wieder versucht. Irgendwann ging eine halbe Seite. Dann eine ganze. Der Unfall hat mir Zeit geschenkt – Zeit für mich. Die größte Herausforderung war: Niemand hat mich ernst genommen. Die Ärzte sagten: „Wir finden nichts. Das ist psychisch.“ Das war niederschmetternd. Ich habe an mir gezweifelt. Habe ich mir das alles eingebildet?
Petra: Das ist heftig. Und so entmutigend.
Jessica: Ja. Aber ich wusste: Ich habe immer fest im Leben gestanden. Das hier ist real. Und ich bin weitergegangen.
Eine Übung, die alles bewegte
Jessica: Nach zwei Jahren bekam ich endlich eine orthopädische Reha. Dort traf ich auf eine wundervolle Therapeutin. Sie zeigte mir eine einfache Übung – und plötzlich funktionierte meine Hüfte wieder. Ich konnte wieder laufen. Spazieren gehen. Und das an der Nordsee, meinem Kraftort. Eine Stunde am Meer entlanglaufen – das war ein Geschenk.
Petra: Welche Übung war das?
Jessica: Wir lagen seitlich, Beine im 90-Grad-Winkel. Zuerst hoben wir nur die Knie, die Füße blieben zusammen. Dann hielten wir die Knie zusammen und hoben die Füße. Danach das ganze Bein. Und schließlich haben wir zwischen beiden Varianten abgewechselt. Zum Abschluss setzten wir uns in den Schmetterlingssitz – und ich spürte, wie sich meine Hüfte neu ausrichtete. Alles kam an seinen Platz. Mit Leichtigkeit, ohne Druck.
Petra: Was für ein Unterschied, wenn der Körper in Leichtigkeit reagieren darf – statt in Druck und Anspannung.
Jessica: Genau. Diese Erfahrung hat mich seither begleitet – besonders in den letzten Monaten.
Frequenzen, die neu ordnen
Jessica: Weil mir die Schulmedizin nicht weiterhelfen konnte, habe ich neue Wege ausprobiert. Unter anderem einen Multiwellen-Oszillator – das ist eine Tesla-Spule. Man steht zwischen zwei Antennen, wird von Frequenzen durchströmt. Es fühlte sich an, als würden alle meine inneren Schubladen ausgeschüttet – und dann durfte sich alles neu sortieren. Ich habe gespürt, wie mein Körper sich bewegt. Ich habe mich wieder gespürt.
Petra: Wie fühlt sich das an?
Jessica: Es gibt keine Geräusche. Aber ich habe deutlich gefühlt, was in meinem Körper passiert. Ich bin ins Fühlen gekommen – ähnlich wie bei TRAGER®. Das war der erste Moment, in dem sich etwas im Nackenbereich gelöst hat. Und das war der Anfang.
Jenseits des Sichtbaren: Wie „Sehen ohne Augen“ neue Türen öffnete
Jessica: Durch eine inzwischen gute Freundin, die liebe Nicole, kam ich zum „Sehen ohne Augen“. Dabei wird ein meditativer Zustand angeregt, durch den sich das dritte Auge öffnet. Man trägt eine lichtundurchlässige Maske – eigentlich sollte man damit nichts sehen können. Doch nach dem Prozess, den Nicole mit uns macht, sieht man plötzlich durch diese Maske hindurch. Meine Kinder haben es zuerst ausprobiert. Ich dachte: „Komm, wir probieren einfach mal alles aus.“ Und es hat sofort funktioniert – beim allerersten Mal. Das hat mich so fasziniert, dass ich gesagt habe: „Das möchte ich auch können.“ Meine Tochter ist sogar mit der Maske zur Schule gegangen – den ganzen Weg – und alle waren völlig irritiert. Niemand konnte glauben, dass sie damit wirklich sehen konnte. Aber sie konnte. Ich selbst habe zwölf Sitzungen gemacht. Nach dem fünften Mal konnte ich es auch. An diesem Tag haben meine Kinder und ich gemeinsam gespielt – alle drei mit Maske. Das war ein ganz besonderer Moment.
Petra: Und dann kam der Verstand dazwischen?
Jessica: Ja, genau. Mein Verstand schaltete sich wieder ein – und plötzlich ging es nicht mehr. In den nächsten Sitzungen konnte ich es nicht mehr abrufen. Aber meine Tochter zeigt mir immer wieder, dass es geht. Und ich weiß, dass ich es auch wieder können werde.
Petra: Faszinierend, wie Fähigkeiten auftauchen, wenn wir wirklich mit uns verbunden sind. Und sobald der Verstand, der innere Kritiker, eingreift – zack, ist die Tür wieder zu.
Jessica: Ja, genau. Bei meinen Kindern ist diese Tür einfach offen geblieben – sie können das. Es war so eine schöne Erfahrung, gemeinsam mit geschlossenen Augen zu spielen, mit dieser Maske, in tiefem Vertrauen.
Petra: Das ist unglaublich inspirierend. Die Wahrnehmung in diese Richtung zu schulen und zu stärken, öffnet so viele neue Möglichkeiten.
Jessica: Es war tatsächlich berauschend. Und dieses „Sehen ohne Augen“ hat noch etwas anderes in uns angestoßen. Wir sollten uns ein inneres Bild vorstellen. Kein therapeutischer Prozess im klassischen Sinne, sondern eher eine Verbindung.
Petra: Eine innere Reise also?
Jessica: Genau. Nicole bat uns in der ersten Sitzung, uns ein Haus vorzustellen. Daraus entstanden Bilder – kreativ, intuitiv, aber sehr aussagekräftig. Sie zeigten, wo wir gerade stehen. Was wir bereits bearbeitet haben – und was noch nicht. Das hat in mir unglaublich viel bewegt. Die Verbindung zu mir selbst hat sich verändert – und dadurch auch die Verbindung zu anderen Menschen. Es war wie ein inneres Sortieren: Vergebung, Loslassen, neue Nähe. Besonders zu meiner Mutter hat sich vieles gelöst.
Petra: Also war dieses Haus ein Spiegel deiner Seele?
Jessica: Ja, so könnte man es sagen. Nicole stellte ganz gezielte Fragen: Wie sieht die Tür aus? Welche Farben hat das Haus? Gibt es Fenster? Steht es allein oder im Wald? Gibt es einen Garten – wie sieht er aus? Anhand meiner Antworten konnte sie erkennen, wie ich zu einem bestimmten Thema stand. Das Haus stand zum Beispiel für das Mutterthema. Insgesamt haben wir zehn solcher Themen durchlaufen. Es hat sehr viel in mir bewegt – auch bei meinen Kindern.
Wenn der Körper zu sprechen beginnt
Petra: Du warst also wirklich bereit, nach innen zu schauen und dich auf tiefe Prozesse einzulassen?
Jessica: Ja. Der Unfall selbst war gar nicht das Entscheidende. Vielmehr hat das plötzliche Muskel-Zusammenziehen damals alte Traumata wachgerufen – sie wurden in meinem Körper regelrecht aktiviert.
Petra: Das war also der Auslöser. Die Ärzte konnten nichts finden – aber dein Nervensystem hat real reagiert.
Jessica: Ganz genau. Es hat lange gedauert, bis ich das verstanden habe. Ich dachte, ich sei in Sicherheit – heute weiß ich: Diese Sicherheit war nur äußerlich. Der Unfall hat mich aufgeweckt. Er hat alte Themen an die Oberfläche gebracht. Und dafür bin ich heute dankbar.
Petra: Dankbar für den Unfall?
Jessica: Ja. Ohne ihn wäre ich vermutlich in meiner „konventionellen Blase“ geblieben. Ich hätte weiter in Systemen gelebt, in denen es um Funktionieren und Erwartungen geht. Ich wäre nie zu dieser Herzensweite gekommen, zu echter Zufriedenheit und innerem Wachstum.
Schmerz als Lehrer, Körper als Kompass
Petra: Dann war der Unfall dein Wendepunkt – dein Schlüssel zur Veränderung?
Jessica: Ja, mein Aufwachmoment. Ich durfte endlich hinschauen: Was ist wirklich los in mir? Was brauche ich, um in meine Kraft zu kommen?
Petra: Das braucht Mut – gerade, nicht im Widerstand zu bleiben, sondern zu sagen: „Ich nehme das an.“
Jessica: Es war anfangs sehr schwer. Ich war voller Widerstand. Ich wollte mein altes Leben zurück. Ich war voller Vorwürfe. Aber irgendwann habe ich erkannt: Schmerz ist ein Lehrer. Heute sehe ich Schmerzen als Zeichen. Sie sagen mir: „Stopp, hier stimmt etwas nicht. Schau hin.“ Ich rede mittlerweile mit meinem Körper. Auch mit meinem Tinnitus, den ich dauerhaft habe. Früher war er mein Feind – heute ist er mein Freund. Wenn er lauter wird, weiß ich: Ich bin über meine Grenzen gegangen. Dann sagt mein Körper: „Schätzchen, jetzt ist Zeit für dich.“ Und wenn ich wieder in die Selbstfürsorge gehe, wird er leiser.
Petra: Wunderschön. Wie trittst du in Kontakt mit deinem Körper – gerade, wenn Schmerzen da sind?
Jessica: Den ersten bewussten Kontakt hatte ich in der neurologischen Reha. Bei den Testungen kam heraus: Ich hatte gerade einmal ein Prozent Leistungsfähigkeit. Ich bekam verschiedene Therapieangebote. Besonders berührt hat mich die Musiktherapie mit Klangschalen. Die Therapeutin zeigte mir: Wenn man Wasser in eine Klangschale gießt und sie anschlägt, tanzt das Wasser.
Petra: Und genauso wirkt das im Körper?
Jessica: Ja. Wir bestehen zu 70 Prozent aus Wasser. Wenn man eine Klangschale auflegt, beginnt der ganze Körper zu schwingen. Beim ersten Mal bekam ich eine Schale auf den Rücken gelegt. Sie wurde angeschlagen – 20 Minuten. Und ich kam völlig aus der Anspannung. Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch.
Alle um mich herum haben es gesehen. „Was ist mit dir passiert?“ fragten sie. Aber eine Stunde später sagte mein Körper: „Stopp! Das war zu viel.“ Ich fiel in die alte Anspannung zurück – sogar noch stärker.
Petra: Hast du beim ersten Mal gelegen oder gestanden?
Jessica: Ich lag auf dem Bauch, die Schale war auf dem Rücken. In der Woche darauf durfte ich in eine riesige Beckenschale steigen – da stand ich drin. Ich wusste jetzt: Mein Körper spricht mit mir. Also hörte ich genau hin. Ich habe die Vibration zugelassen – mit Leichtigkeit. Man kann sich ihr kaum entziehen, wenn man sich öffnet. Und als ich danach rauskam, war alles weich, geschmeidig – ich fühlte mich federleicht.
Petra: Und diesmal hielt die Wirkung an?
Jessica: Ja, volle acht Stunden. Ich hatte meinem Körper gesagt: „Es ist sicher. Du darfst das.“
In diesen sechs Wochen Reha bin ich von einem Prozent auf 73 Prozent Leistungsfähigkeit gekommen. Und das war entscheidend – auch wegen meines Führerscheins. Ohne ihn wäre unser Alltag auf dem Land unmöglich gewesen.
Die Sprache der Schwingung: Wenn Wasser zu tanzen beginnt
Petra: Wow. Das berührt mich zutiefst – dass die Schwingung einer Klangschale so viel in dir verändern konnte. Das war ja wie ein innerer Schalter, der sich umgelegt hat. Eine Öffnung. Und genau das vermittelt auch der TRAGER® Ansatz: Der Körper wird sanft in Bewegung versetzt, das Wasser in uns beginnt zu schwingen. Die Wellen durchdringen Strukturen und Zellen. Dort, wo Blockaden sind, docken sie sanft an – ohne Kraft, ohne Druck. Das wäre wieder eine Form von Gewalt. Stattdessen entsteht Leichtigkeit, und Türen öffnen sich.
Jessica: Ja, absolut. Die Erfahrungen mit dem Multiwellen-Oszillator, dann mit der Klangschale – all das hat sich wie Zahnräder ineinandergefügt. Und bevor ich zum TRAGER® Ansatz kam, war da noch eine wichtige Zwischenstation: Im September habe ich ein ganzheitliches Coaching begonnen. Das hat mir noch einmal die Augen geöffnet. Unser Körper funktioniert nur, wenn alle Ebenen verbunden sind – körperlich, geistig, seelisch.
Ein zentraler Gedanke dort war: Wenn ich eine Bewegung noch nicht ausführen kann, dann stelle ich sie mir einfach vor. Vielleicht entsteht irgendwann eine winzige Bewegung – und wenn ich aufhöre, darüber nachzudenken, und Leichtigkeit einlade, wird diese Bewegung ganz von allein größer. Das hat mich wirklich überzeugt. Unser Mindset wurde komplett neu ausgerichtet. Ich darf fühlen. Ich darf wahrnehmen. Ich darf meinen Körper spüren. In die Ruhe kommen. All das wusste ich vorher nur im Kopf – dort habe ich es endlich gespürt.
Die Kraft innerer Bilder: Heilung beginnt im Denken
Petra: Ich finde, das ist so wichtig – diese unglaubliche Kraft der Vorstellung. Wenn ich denke: „Ich kann das nicht“, dann verfestige ich genau das. Aber wenn ich sage: „Ich kann es noch nicht, aber ich stelle mir vor, dass ich es kann“ – dann beginnt im Körper etwas. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Vorstellung und Realität. Durch das innere Bild bewegt sich der Körper schon auf das Neue zu. Man kann auch einfach so tun, als ob – und damit die Weichen stellen.
Jessica: Ganz genauso. Und dabei muss ich mich nicht verleugnen. Ich kann mit meinen Gefühlen verbunden bleiben. Wenn ich diesen gewünschten Zustand auf Zellebene wirklich fühle, öffnet sich eine Tür. Wenn es nur vom Kopf kommt – „Ich will jetzt funktionieren“ – dann klappt es nicht. Das hat mir das Coaching ganz deutlich gezeigt. Drei Monate waren mir zu kurz. Ich wollte das nicht „durchziehen“, ich wollte es wirklich verkörpern. Deshalb habe ich um ein Jahr verlängert. Ich bin ehrgeizig. Ich habe immer gemacht, gemacht, gemacht – und trotzdem gedacht: Warum funktioniert das alles nicht? Und genau da lag das Problem: Ich wollte zu viel.
Petra: Die kleinen Schritte sind oft die größten.
Jessica: Ja. Und ich habe gelernt: Es geht nicht darum, etwas zu machen – sondern es geschehen zu lassen.
Petra: Im Vertrauen zu sein. Die Dinge dürfen zu dir kommen. Das hat etwas mit Weichheit zu tun – mit einem Vorschuss an Vertrauen, den wir dem Leben geben. Und meine Erfahrung ist: Wenn ich dem Leben vertraue, antwortet es auf wunderbare Weise – manchmal fast magisch.
Jessica: Ja, das erlebe ich auch. Durch die innere Arbeit bin ich ruhiger geworden. Früher hatte ich überhaupt kein Vertrauen – weder ins Leben noch in mich selbst. Ich dachte, ich hätte es – aber das war nur im Kopf. Jetzt spüre ich es. Das Leben macht keine Fehler. Es schenkt uns Aufgaben, die wir oft als Probleme sehen – aber in Wirklichkeit sind es Chancen, zu wachsen. Und wenn ich im Vertrauen bleibe, entstehen diese magischen Momente. Besonders in der TRAGER® Ausbildung habe ich viele davon erlebt.
Wenn der Körper JA sagt – Der Weg zu TRAGER®
Petra: Und wie bist du schließlich zu TRAGER® gekommen?
Jessica: Eine Freundin, die liebe Ines, sah mich an und sagte: „TRAGER® ist was für dich.“ Und mein Bauchgefühl sagte sofort: Ja. Am nächsten Tag habe ich ein bisschen recherchiert, aber eigentlich wusste ich es längst. Ich habe mich einfach bei dir gemeldet – und mich vom Intro überraschen lassen. Schon im Intro war mir klar: Das ist mein Weg. Kein Zweifel. Ich spüre körperlich, wenn etwas richtig ist.
Petra: Du hast also gelernt, auf dein Körpergefühl zu hören – und dein Körper hat klar mit Ja geantwortet. Nicht der Verstand – deine innere Intelligenz.
Jessica: Genau. Manchmal ist das Ja sofort da – und dann weiß ich, das ist mein Weg. In anderen Momenten gebe ich meinem Gefühl Zeit. Ich entscheide nicht bewusst – ich merke, wann ich mich entschieden habe.
Mein Verstand hat früher mein Leben bestimmt. Aber ich will nicht mehr nur auf ihn hören. Der Weg über das Bauchgefühl ist oft der sanftere.
Petra: Und wenn Intuition und Verstand gemeinsam gehen, entsteht echte Klarheit. Der Verstand kann strukturieren, analysieren – aber die Intuition bringt das Leben hinein.
Jessica: Ja, sie dürfen jetzt miteinander sprechen. Ganz ausschalten kann ich den Verstand nicht – und das soll ich auch nicht. Aber wenn mein Bauch Ja sagt, vertraut mein Kopf inzwischen mit.
Neue Wege im Rehasport: Bewegung mit Herz
Petra: Und dann kam Level 1?
Jessica: Ja, nach dem Intro habe ich mich direkt angemeldet. Ich war voller Vorfreude. Tischarbeit war mir neu, aber vieles hatte ich bereits intuitiv angewendet – die Sanftheit, das achtsame Bewegen, die Wahrnehmung. TRAGER® hat das alles intensiviert. Ich arbeite im Rehasport ganz anders als meine Kollegen. Ich gehe den Weg der Leichtigkeit – und das wirkt. Meine Teilnehmer spüren es. Sie entwickeln sich. Wir wachsen gemeinsam.
Petra: Du leitest also nicht nur Übungen an – du bringst TRAGER® Elemente ein: Mentastics, Leichtigkeit, Schwingung.
Jessica: Genau. Ich berühre sie nicht direkt – aber ich helfe ihnen, sich selbst zu spüren. Mit kleinen Bewegungen, mit inneren Bildern. Ich zeige ihnen, wie sie Wellen erzeugen können – durch Schütteln, Klopfen, Schimmern.
Petra: Die berühmten Seegrasbewegungen.
Jessica: Ja! Beim TRAGER® Level 1 hatten wir diesen wunderbaren Morgen mit Bildern: Seegras im Wasser, die Kuh mit dem wedelnden Schwanz, die weiche Hüftbewegung. Ich habe das in meinen Kursen ausprobiert. Die Teilnehmer machen mit – das Gefühl ist noch zaghaft, aber es wächst.
Zum Beispiel: Wenn wir sitzen, Beine angestellt, und die Beine richtig durchwackeln – das ist so wohltuend! Aber viele schämen sich. Sie denken: „Das darf nicht schwabbeln.“ Ich sage dann: „Doch – genau das ist gut! Du tust deinem Körper etwas Gutes. Deine Muskulatur darf loslassen. Es ist egal, wie es aussieht. Wenn wir alle komisch aussehen – dann ist das doch großartig.“
Petra: Ich mache das gerade – meine Hände liegen auf den Oberschenkeln, und ich lasse die Muskeln schwingen. Sofort spüre ich Lebendigkeit, Freude.
Jessica: Ja, alles beginnt zu fließen – Lymphe, Faszien, Energie. Wenig Bewegung kann so viel bewirken. Und es erinnert mich an die Klangschale. Wenn ich jemandem TRAGER® gebe, schwingt die Welle durch seinen Körper – aber sie kommt auch zu mir zurück. Ich gebe – und empfange zugleich.
Petra: Genau das ist das Wunder. Man bekommt beim Geben selbst so viel zurück.
Jessica: Direkt nach Level 1 hatte ich ein Erlebnis: Meine Freundin hatte Rückenschmerzen. Wir hatten die Körperrückseite noch nicht gelernt, aber ich habe auf mein Gefühl gehört.
Es war ein sonniger Tag. Wir waren im Garten. Ich sagte: „Leg dich auf die Wiese.“ Keine Tischarbeit – Wiesenarbeit. Ich war selbst gestresst. Aber ich habe ihr etwas geschenkt – und dabei mir selbst. Ihre Nackenschmerzen waren weg. Ich war geerdet, entspannt, verbunden. Wir haben gemeinsam geschwungen. Das war so wertvoll.
In Hook-up: Wenn Verbindung heilt
Petra: Allein diese Verbindung – das ist das, was wir bei TRAGER® Hook-up nennen. Tiefe Präsenz. Und das öffnet ein Feld, in dem Veränderung fast mühelos geschieht.
Das Leben ist immer für das Leben. Wenn sich eine Tür sanft öffnet, tritt das Leben ein. Schmerzen weichen, der Geist wird klarer, der Körper weich. Alles schwingt miteinander.
Jessica: Ja, das ist das große Wunder. Körperarbeit wirkt ganzheitlich – sie resoniert mit allem, was wir sind.
Petra: Und wie schön, dass du das heute in deine Arbeit im Rehasport einbringst. Dass ihr gemeinsam wachst. Und dass du deinen unkonventionellen Weg gehen kannst – ohne Widerstand. Deine Vorgesetzten sehen die Fortschritte. Sie respektieren dich. Und du gestaltest mit, sogar im administrativen Bereich.
Jessica: Ja. Meinen Chefs ist nicht klar, was ich konkret mache – aber sie sehen die Wirkung. Die Kurse sind voll, die Menschen gehen zufrieden und schmerzfreier nach Hause.
Früher habe ich gearbeitet, wie es mir beigebracht wurde. Aber ich war im Widerstand. Ich habe mich nicht wohlgefühlt. Dann habe ich meine Erfahrungen integriert – das, was ich selbst am eigenen Körper erfahren habe. Und das hat mein Selbstbewusstsein gestärkt. Ich habe begonnen, mich selbst in meine Arbeit einzubringen.
Und du hast mir beim Intro etwas Entscheidendes gesagt. Ich sagte damals: „Ich zweifle am Rehasport. Das ist nicht meine Haltung. Es geht immer um Leistung – aber Leistung erzeugt Stress.“ Und du hast gesagt: „Was ist, wenn du den Rehasport einfach veränderst?“ Das hat etwas in mir bewegt. Dieser Satz hat mich auf meinen neuen Weg gebracht. Und heute kann ich sagen: Das war ein voller Erfolg. Ich bin unendlich dankbar. Das ist kein Beruf – das ist Berufung.
Petra: Ich finde, das ist ein wunderschönes Schlusswort.
In der eigenen Spur: Tempo zulassen, Trauma loslassen
Jessica: Zwei Dinge sind mir beim Tragern besonders wichtig geworden. Erstens: Ich habe in der Ausbildung gemerkt, dass mein Nervensystem langsamer ist als das vieler anderer. Und durch das ehrliche Mitteilen konnte ich das einfach sagen – offen und ohne Scham.
Ich möchte allen Mut machen: Geht in eurem Tempo. Wenn euer System sagt, es braucht eine Pause, dann darf es sie auch bekommen. Das war für mich eine zentrale Lernerfahrung.
Und dann gab es einen ganz besonderen Schlüsselmoment. Wir haben an der Rückseite gearbeitet, und ich war mit der lieben Jutta im Austausch. Viel altes Trauma sitzt bei mir in den Schultern. Ich habe ihr gesagt: „Ich merke, es geht gerade nicht. Ich bekomme Migräne, meine Schultern machen zu.“
Jutta hat das sofort gespürt. Dann habe ich nur noch beobachtet, wie Doro mit ihr weiterarbeitete. Und irgendwann sagte Jutta: „Jessica, ich kann dich so nicht in den Tag entlassen. Du hast da ein Trauma. Wir dürfen dich nicht mit dieser Negativerfahrung nach Hause schicken. Darf Doro das nochmal bei dir versuchen?“
Ich habe sofort gesagt: „Ja, das ist eine wunderbare Idee.“ Und Doro hat mich einfach gehalten. Kein Schütteln, kein Tun – sie war einfach da. Diese Geste hat meinem System genau das gegeben, was es gebraucht hat: Sicherheit. Und dadurch konnte ich mit einer positiven Erfahrung gehen. Nach viereinhalb Jahren chronischer Schmerzen ist in diesem Moment etwas abgeflossen. Das Trauma hat sich aus meiner Schulter gelöst. Und ich merke es jeden Tag. Ich bin jeden Tag dankbar für genau diesen Moment.
Petra: Wow. Wir hatten wirklich ein fantastisches Assistententeam – und Doro war eine davon. Und das sind deine beiden Botschaften: Geh in deinem eigenen Tempo – und denk daran: Weniger ist oft mehr.
Jessica: Genau. Es geht ums Spüren – nicht darum, ein Repertoire abzuarbeiten. Sanftheit ist kraftvoll. Und: Ich bin nicht meine Diagnose.
Abschluss mit Herz: Wenn Verbindung möglich wird
Petra: Liebe Jessica, ich danke dir von Herzen für dieses Gespräch. Und auch dir, liebe Hörerin, lieber Hörer – schön, dass du heute bei Vom Leben berührt. dabei warst.
Die Geschichte von Jessica zeigt eindrucksvoll, wie sich ein Leben durch einen Einschnitt völlig verändern – und gleichzeitig verwandeln kann. Wie viel Kraft in einem echten Neubeginn steckt.
Wenn dich etwas aus diesem Gespräch berührt hat, nimm es mit in deinen Alltag. Lass dich erinnern: Auch in schwierigen Zeiten kann Verbindung entstehen – zu dir selbst und zu anderen.
Wenn du mehr über meine Arbeit oder über TRAGER® erfahren möchtest, findest du alle Infos in den Shownotes. Ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder dabei bist.
Bye – und bis bald bei Vom Leben berührt.
Was klingt in dir nach?✨
Vielleicht hat dich ein Satz, ein Moment oder eine Geste in Jessicas Geschichte berührt.
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Links
So kannst du mit Jessica in Kontakt treten: ksg-ganzheitlich-bewegt@outlook.de